Matcha Latte ist für viele der Einstieg in die Welt des Matcha: cremig, sanft, leicht süß – und im besten Fall trotzdem klar im Geschmack. Damit dein Matcha Latte nicht wässrig, bitter oder belanglos wird, lohnt sich ein genauer Blick auf Pulver, Wasser, Milch und Zubereitung.
Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Matcha Latte zuhause zubereitest, welche Milch gut funktioniert und welche Fehler du dir sparen kannst. Mit konkreten Empfehlungen für Ceremonial Matcha Hisui und Matcha Ujicha von NOEMA.
Was macht einen guten Matcha Latte aus?
Ein guter Matcha Latte ist kein grünes Milchgetränk mit etwas Pulver, sondern eine klare Balance aus drei Komponenten:
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Matcha: genug Aroma, Umami und Körper, damit der Geschmack in Milch präsent bleibt.
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Wasser: löst das Pulver, bringt Temperatur und Struktur.
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Milch oder Pflanzendrink: rundet Textur und Süße ab, ohne alles zu überdecken.
Ziel ist eine Tasse, die:
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cremig, aber nicht schwer wirkt
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rund und weich schmeckt, ohne kratzige Bitterkeit
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im Abgang ruhig bleibt und nicht anstrengend wird
Die Basis dafür legst du mit der Wahl des Matchas.
Welches Matcha Pulver ist ideal für Latte?
Für Matcha Latte brauchst du keinen extrem hochpreisigen Tee. Entscheidend ist, dass das Pulver:
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fein vermahlen ist
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genug Umami und Aroma mitbringt
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nicht stumpf oder sehr bitter wirkt
2.1 Ceremonial Matcha Hisui – weich, cremig, fehlerfreundlich
Ceremonial Matcha Hisui stammt aus beschattetem Tencha aus Kagoshima. In der Schale zeigt er:
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eine klare Umami-Linie
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cremige Dichte
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sanfte, ruhige Süße ohne harte Kanten
Für Matcha Latte bedeutet das:
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das Grün wirkt weich, nicht aggressiv
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die Tasse bleibt ruhig, selbst wenn du einmal etwas zu heißes Wasser verwendest
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ideal, wenn du Latte mild, cremig und ausbalanciert magst
Hisui passt, wenn du Matcha Latte als sanftes Ritual nutzen möchtest – für konzentrierte, aber leise Momente.
2.2 Matcha Ujicha – tiefer, präsenter, latte-stark
Matcha Ujicha kombiniert Tencha aus Uji (Kyoto) und Okabe (Shizuoka):
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im Duft: Nori, feuchter Dampf, sattes Grasgrün
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am Gaumen: voll, cremig, umamibetont, mit stiller Süße
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bei ca. 70 °C: rund, klar, ohne Kanten
Im Latte-Glas bedeutet das:
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genug Tiefe, damit der Matcha in Milch sichtbar bleibt
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ein präsenteres Grün, das geschmacklich nicht untergeht
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ideal, wenn du Latte mit Charakter und mehr Umami suchst
Ujicha ist eine gute Wahl, wenn du Matcha schon kennst oder bewusst mehr Präsenz im Glas möchtest.
Matcha Latte Grundrezept – Schritt für Schritt
Dieses Grundrezept funktioniert für beide Matchas, mit kleiner Anpassung der Dosierung.
Zutaten für eine Tasse (ca. 250 ml)
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1–2 g Matcha (Hisui: eher 1–1,5 g, Ujicha: 1,5–2 g).
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60–80 ml Wasser bei ca. 70 °C.
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150–200 ml Milch oder Pflanzendrink.
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Optional: etwas Honig, Zucker oder Sirup nach Geschmack.
Zubereitung
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Matcha sieben.
Das Pulver durch ein kleines Sieb in eine Schale oder ein Glas streichen, damit keine Klümpchen bleiben.
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Matcha anrühren.
20–30 ml Wasser (70 °C) zum Pulver geben und mit Chasen oder Milchaufschäumer glattrühren, bis eine dichte, klümpchenfreie Basis entsteht.
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Aufschlagen.
Weitere 40–50 ml Wasser dazugeben und kurz schaumig schlagen, bis eine stabile, cremige Schicht entsteht.
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Milch erhitzen.
Milch oder Pflanzendrink erwärmen (nicht kochen) und, wenn gewünscht, aufschäumen. Ideal ist eine Temperatur um 60–65 °C.
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Zusammenführen.
Matcha in eine Tasse geben, Milch langsam dazugießen. Bei geschichtetem Latte zuerst Matcha in die Tasse, dann vorsichtig Milch einlaufen lassen.
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Abschmecken.
Jetzt entscheiden, ob du Süße möchtest. Erst pur probieren, dann behutsam dosieren.
Tipp: Für einen kräftigeren Latte einfach die Matcha-Dosierung erhöhen oder den Wasseranteil etwas reduzieren.
Welche Milch passt am besten zu Matcha Latte?
Die Wahl der Milch beeinflusst, wie klar du den Matcha schmeckst.
4.1 Klassische Kuhmilch
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Vollmilch: cremig, rund, stabiler Schaum. Matcha wirkt weicher, Umami tritt harmonisch hervor.
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Fettarme Milch: weniger Körper, weniger Cremigkeit, dafür etwas leichter.
Vollmilch unterstützt besonders die ruhige Süße und Tiefe – sowohl bei Hisui als auch bei Ujicha.
4.2 Pflanzendrinks
Pflanzendrinks bringen oft eine eigene Aromatik mit. Wichtig ist, dass sie den Matcha nicht vollständig überdecken.
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Haferdrink:
Getreidige Süße, gut schäumbar, beliebt für Matcha Latte. Achte auf Varianten ohne starkes „Hafer-Aroma“, wenn du den Tee deutlicher schmecken möchtest.
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Sojadrink:
Neutraler als Hafer, oft sehr schäumstabil. Gute Wahl, wenn du Klarheit im Matcha geschmacklich erhalten willst.
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Mandeldrink:
Leicht nussig, aber oft dünner in der Textur. Funktioniert, wenn du sanftere, leichtere Lattes magst.
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Reis- oder Kokosdrinks:
Eher speziell im Geschmack. Können Matcha überdecken oder das Profil stark verschieben.
Für einen balancierten Matcha Latte mit guter Schaumstruktur eignen sich:
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Vollmilch
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Barista-Haferdrinks
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neutrale Sojadrinks
Je neutraler und cremiger die Basis, desto klarer bleibt das Matcha-Profil.
Temperatur, Werkzeuge & Textur
5.1 Wasser-Temperatur
Zu heißes Wasser ist einer der häufigsten Gründe für Bitterkeit.
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Ideal: ca. 70 °C.
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Zu heiß (80–90 °C): Matcha wirkt kantig, kratzig, bitter.
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Zu kühl (unter 60 °C): flaches, wässriges Profil, wenig Umami.
Praktischer Ansatz ohne Thermometer:
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Wasser aufkochen, 5–7 Minuten im offenen Kessel stehen lassen.
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Alternativ mit etwas kaltem Wasser mischen, bevor du es zum Matcha gibst.
5.2 Werkzeuge
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Chasen (Bambusbesen):
Ideal für feine, samtige Textur und stabilen Schaum.
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Milchaufschäumer (elektrisch):
Funktioniert gut, wenn du keinen Chasen hast. Erst Matcha mit wenig Wasser glattrühren, dann kurz aufschäumen.
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Löffel oder Gabel:
Nur eingeschränkt geeignet. Matcha lässt sich damit oft nicht ganz klümpchenfrei lösen.
Das Sieben vor dem Aufguss ist der einfachste Weg, um die Textur deutlich zu verbessern.
Häufige Fehler beim Matcha Latte – und wie du sie vermeidest
6.1 Zu heißes Wasser
Symptome:
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Bitterer, kratziger Geschmack
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wenig Süße, flacher Nachhall
Lösung:
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Wasser kurz abkühlen lassen
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an 70 °C orientieren
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im Zweifel lieber etwas zu kühl als deutlich zu heiß
6.2 Pulver nicht gesiebt
Symptome:
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Klümpchen im Glas
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ungleichmäßiger Geschmack
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dunkle „Flecken“ auf dem Schaum
Lösung:
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Matcha vor dem Aufguss immer kurz sieben
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alternativ Pulver mit wenig Wasser zu einer Paste rühren, bevor du den Rest zugibst
6.3 Unpassende Dosierung
Symptome:
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zu wenig Pulver → blasser, milchiger Geschmack
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zu viel Pulver → übermäßig kräftig, leicht bitter
Orientierung:
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Hisui: 1–1,5 g auf 60–80 ml Wasser + Milch
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Ujicha: 1,5–2 g für einen präsenteren Latte
Mit einem Teelöffel arbeitest du grob mit 1–2 gestrichenen Löffeln, genauer wird es mit einer kleinen Waage.
6.4 Schlechte Pulverqualität
Symptome:
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gelbstichige, matte Farbe
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heuig, muffig, flach im Duft
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hart, dünn, ohne angenehm langen Nachhall
Lösung:
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auf japanische Herkunft achten
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Beschattung, Tencha-Herkunft und Verarbeitung prüfen
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bei purer Tasse testen: Wenn er pur nicht schmeckt, wird der Latte selten überzeugend
Mit Ceremonial Matcha Hisui und Matcha Ujicha hast du eine solide Basis für Latte, der sensorisch trägt.
6.5 Zu viel Süße
Symptome:
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Matcha-Geschmack kaum wahrnehmbar
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alles wirkt nur noch nach Sirup oder Zucker
Lösung:
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zuerst pur probieren
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Süße behutsam dosieren
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lieber ein mildes, qualitativ gutes Pulver wählen als alles zu überdecken
Welcher Matcha Latte passt zu dir?
Orientiere dich an drei einfachen Leitlinien:
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Du möchtest einen sanften, cremigen Einstieg:
Ceremonial Matcha Hisui mit Barista-Hafer oder Vollmilch, moderat gesüßt. Fokus auf Ruhe und weiche Textur.
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Du suchst Klarheit und Umami-Präsenz im Glas:
Matcha Ujicha mit neutralem Sojadrink oder Vollmilch, etwas höher dosiert, eher wenig Süße.
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Du willst später auch Matcha pur trinken:
Ein Pulver wählen, das pur funktioniert – und es im Latte nicht verstecken. Hisui und Ujicha lassen beide Varianten zu, je nach Dosierung und Wasser-Menge.
Kurze FAQ zu Matcha Latte
Wie viel Matcha brauche ich für einen Matcha Latte?
Meist reichen 1–2 g Matcha auf 250 ml Getränk. Für einen sanfteren Latte eher 1 g, für einen intensiveren Latte 2 g.
Kann ich Matcha Latte auch kalt zubereiten?
Ja. Matcha mit wenig kaltem Wasser klümpchenfrei anrühren, Eiswürfel und kalte Milch oder Pflanzendrink dazugeben. Gut umrühren oder shaken.
Welche Sorte eignet sich besser für Matcha Latte – Hisui oder Ujicha?
Wenn du Latte weich, cremig und ruhig magst, passt Ceremonial Matcha Hisui. Wenn du mehr Umami-Tiefe und Präsenz im Glas möchtest, ist Matcha Ujicha die bessere Wahl.
So wird dein Matcha Latte zu einem verlässlichen Ritual: klar im Geschmack, ruhig in der Wirkung und abgestimmt auf das, was du suchst – vom ersten Einstieg bis zum feinen Spiel mit Dosierung, Temperatur und Milch.